Montag
08.09.2014

1. FC Union Berlin trauert um Wolfgang Wruck

Der 1. FC Union Berlin trauert um seinen ehemaligen Spieler Wolfgang „Ate“ Wruck. Wolfgang ist am 5. September im Alter von 70 Jahren nach langer Krankheit im Krankenhaus Köpenick verstorben. Union verliert mit ihm einen verdienten und treuen Wegbegleiter, der sich auch nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn immer mit seinem Verein verbunden fühlte. Bis zuletzt verfolgte er die Spiele unserer Mannschaft im Stadion An der Alten Försterei mit ungebrochener Leidenschaft und Freude. Noch am 8. August ließ er sich auf eigenen Wunsch aus dem Krankenhaus entlassen, um das erste Heimspiel der Saison miterleben zu können.

Seit 1959 war Wolfgang an der Alten Försterei aktiv. Als Nachwuchsspieler wechselte er von Rotation Prenzlauer Berg zum Union-Vorgängerverein TSC Oberschöneweide. Hier nannten ihn seine Mannschaftskameraden Ate – den Grund kannte er nicht, aber der Spitzname gefiel ihm und so hat er bis heute überdauert. In den folgenden Jahren durchlief er weitere Nachwuchsmannschaften des TSC und spielte bereits im Juniorenalter für die erste Männermannschaft, mit der er 1962 in die zweithöchste DDR-Spielklasse aufstieg. Zu dieser Zeit hatte Wolfgang bereits seinen Anteil an zwei Pokalsiegen im Nachwuchsbereich und war in die Nachwuchsauswahlmannschaften der DDR berufen worden. Nach der Gründung des 1. FC Union Berlin im Januar 1966 gehörte er über viele Jahre zu den Leistungsträgern unserer Mannschaft, die im selben Jahr in die Oberliga aufstieg und 1968 sensationell den FDGB-Pokal gewann. Der Abwehrstratege erzielte im Februar 1966 das erste Pflichtspieltor und im August desselben Jahres das erste Oberligator für unseren Klub.

Wolfgang lief sechsmal für die DDR-Nationalmannschaft auf und spielte darüber hinaus mehrmals für die Olympiaauswahl des Landes.

Nach 235 Einsätzen für den 1. FC Union Berlin, 135 davon in der höchsten Spielklasse, beendete unser ehemaliger Mannschaftskapitän im Juni 1974 seine Laufbahn als Leistungssportler infolge einer schweren Knieverletzung.

Der gelernte Maschinenbauer war danach für die Betriebssportgemeinschaft Bergmann Borsig in der Bezirksklasse und in der Bezirksliga aktiv, schloss seine Fußballerlaufbahn 1977 als Berliner Meister und Liga-Aufsteiger endgültig ab und arbeitete anschließend als Berufsschullehrer für Sport und Geschichte. Daneben trainierte Wolfgang im Nachwuchstrainingszentrum Pankow und beim 1. FC Union Berlin junge Fußballer.

Für seine Verdienste wurden ihm die Bronzene, die Silberne und Goldene Ehrennadel unseres Klubs verliehen. Seit 2003 war Wolfgang Wruck zudem Ehrenmitglied des 1. FC Union Berlin und engagierte sich mehrere Jahre als Vorsitzender des Ehrenrates.

„Mit Wolfgang Wruck geht ein großer Unioner. Wir sind traurig, ihn nicht mehr an unserer Seite zu haben. Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten seiner Lebensgefährtin und seiner ganzen Familie“, so Union-Präsident Dirk Zingler.

Wolfgang Wruck wird am 11. September um 14:00 Uhr auf dem Friedhof Friedensaue in Schöneiche beigesetzt. Alle Unioner, die persönlich Abschied nehmen möchten, sind herzlich willkommen.

1. FC Union Berlin