Spieltagsübersicht  

DFB-Pokal
Saison 2016/17 • Spieltag 2
Mi • 26.10.2016 • 21.00 Uhr

SR: Schiedsrichter: Dr. Jochen Drees (Münster-Sarnsheim) | Assistenten: Timo Gerach (Landau), Christian Gittelmann (Gauersheim), Vierter Offizieller: Andreas Steffens (Mechernich)
Signal Iduna Park [bis 2005 Westfalenstadion] • 79.037 Zuschauer • trocken, 8 Grad

4:1 (1:0)
n.E.
1. FC Union Berlin

Glanzlicht im DFB-Pokal: Union tritt bei Borussia Dortmund an

Nur drei Tage nach dem 3:1-Erfolg beim FC Erzgebirge Aue steht für die Profis des 1. FC Union Berlin die nächste Partie auf dem Plan. Und die hat es in sich: Mehr als 10.000 Anhänger werden die Köpenicker am Mittwoch, dem 26.10.2016 in den Signal Iduna Park begleiten, wo Union in der zweiten Runde des DFB-Pokals bei Vizemeister Borussia Dortmund antritt. Mittels extra für diesen Abend gestalteter roter Jacken, die Union zu den Eintrittskarten kostenlos mit ausgegeben hat, wird es ein gewaltiger roter Akzent, den die Eisernen bei den Schwarz-Gelben setzen werden.

Auch wenn bei der Borussia aus Dortmund sportlich in dieser Saison noch nicht alles zu 100 Prozent nach Plan läuft und den BVB Verletzungssorgen plagen, geht der Champions League-Teilnehmer als haushoher Favorit ins Spiel. Das mit zahlreichen Nationalspielern gespickte Aufgebot von Trainer Thomas Tuchel steht aktuell auf dem sechsten Tabellenplatz und bewies am Wochenende große Moral. Trotz eines 1:3-Rückstandes erarbeiteten sich die Schwarz-Gelben auswärts in letzter Minute noch ein 3:3-Unentschieden gegen den FC Ingolstadt.

„In Dortmund erwartet uns eine gute Mannschaft und eine tolle Stimmung im Stadion. Aber wir bringen auch viele Fans und ein gutes Team mit. Ganz ehrlich gesagt, hätte ich mir in der zweiten Pokalrunde eher ein Los gewünscht, dass wir sportlich stemmen können. Es gibt die üblichen Floskeln, die man vor so einem Spiel immer bringt. Das ist ein Pokalspiel, da ist alles möglich. Genauso fahren wir auch dort hin. Wir wollen alles probieren, um das Unmögliche möglich zu machen. Wenn man aber auf dem Papier die Voraussetzungen sieht, dann weiß man, dass das Spiel nicht auf Augenhöhe ist“, schätzte Union-Trainer Jens Keller die Situation auf der Pressekonferenz vor der Partie realistisch ein.

Personell können die Eisernen am Mittwoch wohl wieder aus dem Vollen schöpfen, bis auf Fabian Schönheim sollten am Mittwoch alle Akteure zur Verfügung stehen. Michael Parensen dürfte nach überstandener Krankheit wieder in den Kader rücken, absolvierte am Montag die komplette Einheit mit der Mannschaft. „Wenn alles normal läuft wird Micha am Mittwoch dabei sein, das gleiche gilt für Felix Kroos“, so Keller. Außerdem machte der 45-jährige Übungsleiter klar, was er von seiner Mannschaft erwartet: „Wir müssen unseren Lauf und unsere Euphorie, die wir im Moment haben, mit einbringen. Und wir müssen körperbetont und robust spielen, uns gegenseitig absichern und unterstützen, dann sieht man unter dem Strich, was dabei herauskommt. Wir werden alles dafür tun, erfolgreich zu sein, aber wie gesagt, man darf die Vorzeichen nicht außer Acht lassen. Für meine Spieler ist das eine tolle Aufgabe, daran wachsen sie und sammeln Erfahrung. Wenn so ein Spiel dann auch noch erfolgreich endet, dann wäre es sensationell.“

Der Anpfiff im Signal Iduna Park erfolgt am Mittwoch, dem 26.10.2016 um 20:45 Uhr. Zur Information für alle mitreisenden Unioner hat die Polizei Nordrhein-Westfalen einen öffentlichen Fanbrief verfasst, den wir hier zum Download zur Verfügung stellen. Unbedingt zu beachten ist zudem das Verbot von großen Taschen und Rucksäcken, wie hier beschrieben.

Das Union-Zeughaus wird auch mit auf Reisen gehen. Wer sich in den Sonderzügen oder vor Ort auf dem Weg zum Stadion in der Strobelallee noch mit Rot-Weißen Fanartikel ausstatten will, findet dort jeweils eine kleine Auswahl.

Aufstellung

In der Startelf:

Weidenfeller, Sokratis, Piszczek, Passlack, Sahin, Mor, Götze, Castro, Ginter, Ramos, Larsen

Auf der Bank:

Bürki, Dembelé, Rode, Kagawa, Merino, Brunic, Weigl

In der Startelf:

Mesenhöler, Puncec, Pedersen, Trimmel, Parensen, Leistner, Redondo, Kroos, Zejnullahu, Hedlund, Quaner

Auf der Bank:

Busk, Pogatetz, Quiring, Fürstner, Kreilach, Hosiner, Skrzybski

Trainer

Thomas Tuchel

Trainer

Jens Keller

Tore

  • (44. Eigentor) Parensen 1:0

  • 1:1 Skrzybski (81.)

Verwarnungen & Feldverweise

  • Parensen (55.)  
  • Puncec (77.)  
  • Fürstner (92.)  
  • Trimmel (97.)  

Einwechselungen

  • (68.) Dembelé für Larsen
  • (68.) Weigl für Sahin
  • (100.) Rode für Passlack
  • Hosiner für Quaner (39.)
  • Fürstner für Parensen (64.)
  • Skrzybski für Hedlund (80.)

K.O. im Elfmeterschießen: Union unterliegt nach tollem Kampf beim BVB

Trotz großer kämpferischer Leistung ist der 1. FC Union Berlin in der zweiten Runde des DFB-Pokals bei Borussia Dortmund ausgeschieden. Im Elfmeterschießen setzte sich der amtierende deutsche Vizemeister vor 79 037 Zuschauern im Signal Iduna Park gegen die Köpenicker durch.

Im Gegensatz zum 3:1-Erfolg beim FC Erzgebirge Aue stellte Union-Coach Jens Keller seine Elf auf einigen Positionen, Torhüter Daniel Mesenhöler stand dabei das erste Mal in einem Pflichtspiel für die Köpenicker zwischen den Pfosten. Die Aufstellung der Eisernen im Westfalenstadion las sich wie folgt:

Mesenhöler – Trimmel, Leistner, Puncec, Pedersen – Kroos, Parensen (64. Fürstner) – Redondo, Zejnullahu, Hedlund (80. Skrzybski) – Quaner (39. Hosiner)

Ab der ersten Minute zeigten sich die Eisernen in Dortmund kämpferisch, standen in der Defensive kompakt und erarbeiteten sich durch schnelle Pässe in die Spitze immer wieder gute Möglichkeiten. Die Hausherren besaßen mehr Spielanteile, die taktisch gut eingestellten Unioner verschoben jedoch geschickt und versuchten somit, die individuelle Klasse der Dortmunder zu bekämpfen. In weiten Teilen der ersten Halbzeit gelang dies den Köpenickern sehr gut, immer wieder eroberten sich die Berliner Bälle im Mittelfeld und versuchten, schnell umzuschalten. Besonders über die rechte Seite zeigten die Eisernen immer wieder gute Aktionen, ein Tor wollte jedoch nicht gelingen. Dortmund wurde vor allem durch Fernschüsse von Götze und Sahin gefährlich, Torhüter Daniel Mesenhöler zeigte sich jedoch stets auf dem Posten. Kurz vor der Pause erzielten die Hausherren schließlich doch die 1:0-Führung, nachdem Mario Götze den jungen Jacob Bruun Larsen auf der rechten Seite bediente. Abgefälscht von Defensivstratege Michael Parensen schlug der Schuss des Dänen zur 1:0-Pausenführung im Netz der Eisernen ein.

Trotz des Rückschlags vor der Pause ließen die Köpenicker auch in Halbzeit Zwei nicht locker und spielten weiter mutig. Die kämpferisch auftretenden Gäste bereiteten dem BVB immer wieder Probleme, zu eigenen Torchancen kamen die Westfalen kaum. Castro versuchte sein Glück aus der zweiten Reihe, verfehlte aber den Kasten. In der 69. Spielminute brandete bei den Anhängern der Rot-Weißen großer Jubel auf, nachdem der Ball im Netz der Dortmunder zappelte. Der Schiedsrichter verwehrte dem Treffer von Roberto Puncec allerdings die Anerkennung, dem Tor war eine Abseitsstellung von Rechtsverteidiger Pedersen vorausgegangen. Knapp zehn Minuten später gab es für die mitgereisten Unioner im Stadion allerdings kein Halten mehr. Nach einem eigentlich abgewehrten Eckball nutzte der soeben eingewechselte Steven Skrzybski die Chance und zog aus der zweiten Reihe ab, die Kugel landete per Aufsetzer zum 1:1-Ausgleich in der langen Ecke (81.). Dortmund reagierte wütend, Emre Mor traf nach feinem Solo über die rechte Seite jedoch nur den Pfosten. Schiedsrichter Jochen Drees beendete die reguläre Spielzeit nach 93 Minuten beim Stand von 1:1, so dass die Partie in die Verlängerung gehen musste.

Die Partie lief weiter wie bisher, beide Teams setzten den Gegner mit schnellen Angriffen unter Druck und kamen nun zu guten Möglichkeiten. Die beste für den BVB hatte Ginter mit einem Kopfball nach einer Ecke von der rechten Seite, Torhüter Mesenhöler reagierte allerdings sensationell und fischte die Kugel aus der Ecke. Auf der Gegenseite bot sich Steven Skrzybski die riesen Möglichkeit zur Führung. Bereits vorbei an Keeper Weidenfeller versuchte der 24-jährige die Kugel vor dem Tor quer zu legen, der Ball fand jedoch keinen Abnehmer.

Auch in der zweiten Hälfte der Verlängerung blieb die Partie spannend. Gonzalo Castro brachte sich auf Seiten des BVB immer wieder in gute Abschlusspositionen, seine Schüsse strichen jedoch knapp über den Kasten oder wurden von Daniel Mesenhöler entschärft. Trotz schwindender Kräfte stemmten die Köpenicker sich mit aller Macht gegen ein zweites Gegentor, so dass die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen musste.
Die bittere Geschichte des Elfmeterschießens ist schnell erzählt: Dembele, Ginter und Götze verwandelten souverän, Weidenfeller zeigte dreimal seine Klasse gegen Kroos, Fürstner und Hosiner. Somit konnte der BVB sich trotz großer Leistung der Eisernen schließlich mit 4:1 im Elfmeterschießen durchsetzen.

„Wir haben heute großartig gegen eine Top-Mannschaft gespielt, diese Leistung ist aller Ehren wert. Es war nicht glücklich, dass wir ins Elfmeterschießen gekommen sind. Im Spiel haben wir nur wenige Chancen zugelassen und uns selbst viele erarbeitet. Trotz des Ausscheidens bin ich heute sehr, sehr stolz auf meine Truppe“, so Union-Coach Jens Keller auf der Pressekonferenz nach der Partie.

Trotz des langen Abends geht es für den 1. FC Union Berlin bereits am Samstag, dem 29.10.2016 weiter. Im Heimspiel im Stadion An der Alten Försterei treffen die Eisernen um 13:00 Uhr auf den Tabellensiebten Fortuna Düsseldorf.

1. FC Union Berlin