Spieltagsübersicht  

2. Bundesliga
Saison 2009/10 • Spieltag 5
So • 13.09.2009 • 13.30 Uhr

SR: Günter Perl (München)
Stadion An der Alten Försterei • 13.037 Zuschauer • 13162

1. FC Union Berlin
5:4 (3:2)

Defensivspezialist mit Ladehemmung

SC Paderborn gastiert in Köpenick

Als Aufsteiger präsentiert sich der SC Paderborn derzeit als nahezu uneinnehmbare Festung. In den letzten drei Spielen gelang den Gegnern kein Treffer gegen die überzeugend agierende Defensive um Schlussmann Daniel Masuch – die aktuell längste Serie in der DFL! Noch interessanter ist, dass Paderborn nach dem Pausentee noch gar kein Tor kassieren musste. Aber wie heißt es so schön: Serien sind dazu da, um zu reißen!

Zuletzt haben sich die roten Teufel aus Kaiserslautern, beim Versuch den Ostwestfalen die drei Punkte zu entreißen, die Zähne am Abwehrbollwerk ausgebissen. Eine Qualität, die den Paderbornern schon in der Aufstiegssaison den Weg ins Fußballunterhaus ebnete. Der einzige Unterschied ist, dass neben der exzellenten Abwehr auch der Sturm seine Arbeit mit Bravour erledigte. Die Abschlusstabelle der dritten Liga wies stolze 68(!) Treffer aus, Spitzenwert der 3. Liga. Das es gerade in der Offensive noch hakt, ist auch Trainer Andre Schubert ein Dorn im Auge. „Wir müssen die Qualität beim Torabschluss verbessern, müssen schneller den Abschluss suchen und im Strafraum einfach präsenter sein.“, fordert der Coach. Sollten sich seine Spieler an diese Marschroute halten, werden es die Mannen von Union-Trainer Uwe Neuhaus sehr schwer haben. Ähnliches prognostizierte auch FCK-Trainer Marko Kurz nach dem Unentschieden seiner Mannschaft am vergangenen Spieltag: „Paderborn ist eine geordnete und schnell nach vorne spielende Elf, mit der noch viele Probleme bekommen werden.“

Um mehr Akzente in der Vorwärtsbewegung setzen zu können, wurde in letzter Sekunde Mahir Saglik vom VfL Wolfsburg ausgeliehen. Und die Nachverpflichtung des Stürmers zeigte bereits am Wochenende Wirkung. Das spielfreie Wochenende nutzte der SC für ein hochkarätiges Freundschaftsspiel. Die Borussia aus Mönchengladbach war zu Gast in der Paragon-Arena. Neu-Paderborner Saglik nutzte die Bühne und vollstreckte zum 1:0 Endstand.

„Es sind noch nicht viele Tore gefallen für Paderborn, aber mit so einem hochkarätig besetzten Sturm kann das Platzen des Knotens nur eine Frage der Zeit sein.“, warnt Uwe Neuhaus und fügt hinzu: “Ich hoffe natürlich, dass dies nicht gegen uns der Fall sein wird.“ Verzichten muss Paderborns Trainer Andre Schubert am Sonntag auf Defensiv- Spezialist Toni Wachsmuth, dieser leidet an einer Reizung des Knies.

Auch aus Union-Sicht lohnt natürlich ein Rückblick auf die vergangene Saison! Unvergessen ist der 0:2-Rückstand, der durch eine große kämpferische Leistung am 11. Spieltag der vergangenen Drittligasaison in einen 3:2-Sieg umgedreht werden konnte. Karim Benyamina hatte mit seinen beiden Treffern großen Anteil an diesem Last-Minute-Erfolg.

In Augsburg war nach drei Siegen in Folge erst einmal Schluss mit der unglaublichen Siegesserie der „Eisernen“ in der 2. Bundesliga. Das erste Gegentor bedeutete auch den ersten Punktverlust der aktuellen Spielzeit. Augsburg erkämpfte sich in Unterzahl und mit 0:1 zurückliegend noch ein Unentschieden, das Uwe Neuhaus nach diesem Spielverlauf wohl nicht geschmeckt haben dürfte. Dazu haben die ersten Spieler mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Neben Dogan (Schambeinentzündung und Erkältung) und Peitz (Innenbanddehnung) begab sich nun auch Kenan Sahin (Weisheitszahn) in ärztliche Behandlung. Zumindest Sahins Einsatz am Sonntag ist wohl nicht gefährdet. Weiterhin nicht zur Verfügung steht Torhüter Carsten Busch (Muskelfaserriss in der Wade), der sich beim aufwärmen zum Testspiel in Ludwigsfelde (1:2- Niederlage) verletzte. Für ihn rückt Nachwuchsmann Christoph Haker in den Kader.

All das ficht Uwe Neuhaus aber nicht an, der auch am Sonntag 3 Punkte gewinnen möchte: „Je schneller wir die ominösen 40 Zähler auf dem Konto haben, desto besser. Als Richtgröße für den Klassenerhalt kann man diese Marke durchaus nehmen und das ist schließlich das wichtigste Saisonziel!“

Aufstellung

In der Startelf:

Glinker, Stuff, Kohlmann, Göhlert, Parensen, Gebhardt, Younga-Mouhani, Mattuschka, Bemben, Mosquera, Benyamina

Auf der Bank:

Haker, Rauw, Schulz, Menz, Brunnemann, Sahin, Biran

In der Startelf:

Masuch, Holst, Schachten, Heithölter, Gonther, Alushi, Guie-Mien, Krösche, Brückner, Saglik, Manno

Auf der Bank:

Jensen, Mohr, Strohdiek, Zedi, Brandy, Löning, Daghfous

Trainer

Uwe Neuhaus

Trainer

Andre Schubert

Tore

  • (9.) Mosquera 1:0
  • (13.) Benyamina 2:0
  • (24.) Mosquera 3:0


  • (47.) Benyamina 4:2

  • (89.) Sahin 5:3



  • 3:1 Manno (34.)
  • 3:2 Saglik (44.)

  • 4:3 Brandy (85.)

  • 5:4 Saglik (90.)

Verwarnungen & Feldverweise

  •   (20.) Gebhardt
  •   (28.) Mattuschka
  •   (42.) Mosquera
  • Alushi (51.)  

Einwechselungen

  • (46.) Rauw für Gebhardt
  • (73.) Sahin für Parensen
  • Mohr für Heithölter (46.)
  • Brandy für Guie-Mien (46.)
  • Löning für Alushi (66.)

"A walk on the wild side":

5:4-Heimsieg gegen den SC Paderborn

Nach einem Ausflug auf die "wilde Seite" des Fußballs ist die Ansetzung 1. FC Union Berlin gegen den SC Paderborn um ein weiteres spektakuläres Kapitel reicher. Am heutigen Nachmittag trafen im Stadion An der Alten Försterei die bislang besten Abwehrreihen der 2. Liga aufeinander. Statt eines vielfach prognostizierten 0:0 gab es das torreichste Spiel der bisherigen Zweitligasaison. Am Ende triumphierte Union mit 5:4, der Schlusspfiff ging im Jubel der 13.162 Zuschauer unter.

Union übernahm von Beginn an das Kommando und kam umgehend zu Chancen. Diesmal wurde auch nicht lange gefackelt und nach nicht einmal einer halben Stunde führten die Gastgeber nach Toren von Mosquera (9., 24.) und Benyamina (13.) mit 3:0. Die klare Führung ging offenbar zu Lasten der Konzentration. Zwei Großchancen ließ Paderborn ungenutzt, dann aber schlug es noch vor der Pause zweimal im Kasten von Jan Glinker ein. Statt mit einer klaren Führung ging es mit 3:2 in die Kabine.

Die Konzentrationsschwächen vor der Pause veranlassten Union-Trainer Uwe Neuhaus zu einer taktischen Umstellung. Für Marco Gebhardt kam Bernd Rauw in die Partie, um die Defensive deutlich zu verstärken. Das ging eine Weile auch planmäßig auf, zumal zunächst noch einmal der Sturm zuschlug. Karim Benyamina erhöhte in der 47. Minute per Kopf aus Nahdistanz auf 4:2. Die Entscheidung - dachten viele angesichts der Berliner Defensivqualitäten. Nach einer längeren Phase ohne nennenswerte Chancen kam Paderborn in der 85. Minute jedoch noch einmal zum Anschlusstreffer. Der eingewechselte Kenan Sahin konterte auf seine Weise und ließ in der 89. Minute das 5:3 folgen. Den Schlusspunkt setzte jedoch erneut Paderborn: das Tor zum 5:4-Endstand in der Nachspielzeit kam jedoch zu spät, um Union noch einmal gefährlich werden zu können. Unmittelbar danach pfiff der Schiedsrichter die Begegnung ab.

Paderborns Trainer André Schubert zollte seiner Mannschaft Respekt dafür, dass sie nie aufgegeben hat: "Wir haben bis zum Schluss um das Spiel gekämpft, haben immer wieder versucht, noch ein Tor zu erzielen. Diese Moral müssen wir mit in die nächste Begegnung nehmen." Union-Trainer Uwe Neuhaus war vor allem mit dem Ergebnis zufrieden: "Wenn wir jetzt mit der Fehleranalyse beginnen würden, dann könnten wir gleich das Flutlicht einschalten! Wichtig sind die 13 Punkte - eine unglaublich tolle Ausbeute nach 5 Spielen, die uns dem Klassenerhalt wieder ein Stückchen näher bringt."

1. FC Union Berlin