Spieltagsübersicht  

2. Bundesliga
Saison 2017/18 • Spieltag 22
Sa • 10.02.2018 • 13.00 Uhr

SR: Robert Hartmann (Wangen) | Assistenten: Steffen Brütting (Effeltrich), Markus Pflaum (Hallstadt), Vierter Offizieller: Viatcheslav Paltchikov ( Groß Grönau)
Stadion An der Alten Försterei • 22.012 Zuschauer • bewölkt, Schneeregen

1. FC Union Berlin
3:1 (0:1)

Zu Hause gegen den Tabellenführer: Union empfängt Fortuna Düsseldorf

Der 1. FC Union Berlin empfängt am 22. Spieltag der 2. Bundesliga im heimischen Stadion An der Alten Försterei Fortuna Düsseldorf. Der Anpfiff der Partie gegen den Tabellenführer erfolgt am Sonnabend, dem 10.02.2018 um 13:00 Uhr.

An der Alten Försterei treffen zwei Teams aufeinander, deren momentaner Lauf unterschiedlicher kaum sein könnte. Während die Eisernen seit acht Spielen auf einen Sieg warten und am Montag in Bielefeld den Dreier nur um Sekunden verpassten, kommt mit der Fortuna aus Düsseldorf der aktuelle Tabellenführer nach Köpenick. Union-Coach André Hofschneider machte klar, was er von seiner Mannschaft in der aktuellen Situation erwartet: „Es gehört zum Profisport dazu, dass es Phasen gibt, in denen der Ball nicht reingeht. Da hilft kein Jammern, man muss sich das Glück erarbeiten und verdienen. Wir müssen auf uns gucken und weiter hart arbeiten. In Bielefeld waren wir im wahrsten Sinn des Wortes nah am Sieg dran, aber es gibt kein Mitleid und kein Aufgeben.“

Doch auch Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel, der mit seinem Team im laufenden Kalenderjahr die maximale Ausbeute von neun Punkten in drei Spielen erreichen konnte, erwartet eine spannende Partie: „Wie so oft in dieser Liga spielt der Tabellenstand keine Rolle. Union kann an einem guten Tag jeden Gegner schlagen. Das trifft aber auf uns auch zu. Wir sind gut vorbereitet und wissen, dass es an der Alten Försterei schwer wird und was uns erwartet. Wir wollen verhindern, dass Union zurück in die Spur findet.“ Der 64-Jährige erwartet von seinem Team am Sonnabend höchste Konzentration: „Wir sind es, die in den nächsten Wochen weiter fleißig punkten wollen. Meine Mannschaft ist sehr selbstkritisch. Das zeichnet sie aus und sorgt mit dafür, dass wir nicht abheben. Die Jungs sind fokussiert und wollen in Berlin ein gutes Spiel zeigen. Wir müssen uns wieder bessere Chancen rausspielen und diese auch konsequenter nutzen.“

Trotz der aktuellen Punkteausbeute sieht André Hofschneider, dass sich sein Team entwickelt: „In den letzten 20 Minuten in Bielefeld hat man gesehen, dass die Mannschaft auch ein Team wie Arminia dominant beherrschen kann. Dass wir den Gegner nicht 90 Minuten lang dominieren, ist in unserer momentanen Phase nicht unnormal.“ Steigerungspotenzial sieht der 47-jährige Fußballlehrer vor allem im Abschluss: „Am Montag war es ein Zweitligaspiel auf hohem Niveau. Wir müssen schauen, dass wir unsere guten Phasen in Zählbares ummünzen, da laufen wir momentan der Musik hinterher. Sowohl in Kiel, als auch gegen Nürnberg und Bielefeld haben wir die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor vermissen lassen.“ Diese Qualität lobte Hofschneider vor dem Spiel beim kommenden Gegner: „Düsseldorf ist momentan enorm effizient. Sie haben Selbstvertrauen und sind sowohl in der Lage, frühe Tore zu machen und das Ergebnis mit Geschick und ihren Tugenden über die Zeit zu bringen, als auch bei Rückständen nicht nervös zu werden. Das ist der oft zitierte Ausdruck von Selbstbewusstsein. Sie glauben daran, dass sie am Ende als Sieger vom Platz gehen. Das sehe ich aktuell als ihre größte Stärke.“

Bei den Eisernen steht am Sonnabend der zuletzt fehlende Toni Leistner wieder zur Verfügung, der Abwehrspieler hat seine Gelb-Rot-Sperre abgesessen. Einen Startelfeinsatz Leistners ließ Hofschneider auf der Pressekonferenz jedoch offen: „In einem starken Kader ist es üblich, verschiedene taktische Varianten durchzuspielen. Bis zum letzten Tag wird offen sein, wer spielt. Die Dreierkette hat es in Bielefeld nicht verkehrt gemacht, da müssen wir abwarten wie die letzten Eindrücke im Training sind.“

Im Kader definitiv fehlen werden dagegen die Langzeitverletzten Fabian Schönheim und Kenny Prince Redondo, auch Stephan Fürstner ist für das Wochenende noch keine Option. Zudem sitzt Philipp Hosiner noch seine Rot-Sperre ab und steht ebenfalls nicht zur Verfügung. Damir Kreilach, der am Montag noch in der Startelf stand und nun zu Real Salt Lake (MLS) wechselt, wird in der Halbzeitpause am Sonnabend offiziell verabschiedet. „Der Einsatz von Damir Kreilach am Montag hatte nichts mit Fußballromantik zu tun, er hatte rein sportliche Gründe. Damir ist als Mensch und als Profi eine absolute Eins. Sein Verlust schmerzt schon, trotzdem muss man immer beide Seiten sehen. Unser Kader ist breit genug aufgestellt, um den von ihm gewünschten Wechsel abzufangen“, äußerte sich Hofschneider zum Abgang des Kroaten.

Für Sonnabend gab Hofschneider auf der Pressekonferenz noch ein klares Ziel aus: „Wir müssen dafür Sorge tragen, dass der Funke vom Platz noch mehr auf die Zuschauer überspringt. Da haben wir sicherlich eine Bringschuld und haben in den letzten Spielen zu wenig Emotionen rübergebracht. Wir wollen das Spiel gewinnen und müssen noch konsequenter in den einzelnen Phasen und noch brutaler zu uns selbst sein. Wir müssen unseren Teil dazu beitragen, das Spiel in jeder Phase der Partie erfolgreich zu bestreiten. Das ist unser Auftrag!“

An den Tageskassen werden sowohl im Gäste- als auch im Heimbereich noch einige Restkarten für das Spiel angeboten. Das Stadion An der Alten Försterei öffnet seine Tore um 11:30 Uhr.

Aufstellung

In der Startelf:

Mesenhöler, Friedrich, Pedersen, Torrejón, Trimmel, Kroos, Parensen, Polter, Gogia, Hedlund, Skrzybski

Auf der Bank:

Busk, Dietz, Maloney, Fürstner, Prömel, Taz, Kahraman

In der Startelf:

Wolf, Hoffmann, Ayhan, Bodzek, Gießelmann, Zimmer, Neuhaus, Sobottka, Raman, Nielsen, Hennings

Auf der Bank:

Stuckmann, Schmitz, Bormuth, Lovren, Usami, Froese, Kujovic

Trainer

André Hofschneider

Trainer

Friedhelm Funkel

Tore


  • (67.) Skrzybski 1:1
  • (71.) Polter 2:1
  • (90.) Skrzybski 3:1
  • 0:1 Neuhaus (41.)

Verwarnungen & Feldverweise

  •   (45.) Polter
  •   (72.) Hedlund
  •   (75.) Kroos
  • Gießelmann (45.)  
  • Bodzek (67.)  
  • Raman (73.)  

Einwechselungen

  • (81.) Prömel für Kroos
  • (90.) Fürstner für Hedlund
  • Lovren für Bodzek (78.)
  • Kujovic für Nielsen (78.)
  • Usami für Neuhaus (89.)

3:1-Heimerfolg: Union bezwingt den Tabellenführer

Der 1. FC Union Berlin belohnt am 22. Spieltag für eine starke Leistung und schlägt den Tabellenführer Fortuna Düsseldorf im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei mit 3:1.

1. FC Union Berlin:

Mesenhöler – Torrejon, Friedrich, Parensen – Trimmel, Kroos (80. Prömel), Pedersen – Gogia, Hedlund (90.+1. Fürstner) – Skrzybski, Polter

Fortuna Düsseldorf:

Wolf – Ayhan. Bodzek (77. Lovren), Hoffmann – Zimmer – Sobottka, Nielsen (77. Kujovic), Neuhaus (89. Usami), Gießelmann – Raman, Hennings

Zuschauer: 22 012

Tore: 0:1 Neuhaus (41.), 1:1 Skrzysbki (67. FE), 2:1 Polter (71.), 3:1 (90.+5)

Die Eisernen, die in der Startelf mit Akaki Gogia für den heute verabschiedeten Damir Kreilach antraten, starteten mutig in die Partie und setzten den Tabellenführer aus dem Rheinland unter Druck. Union zeigte sich bissig in den Zweikämpfen und sorgte früh für Abschlüsse. Simon Hedlund setzte den ersten Versuch über die Querlatte, Kapitän Felix Kroos prüfte Fortuna-Keeper Raphael Wolf in der fünften Spielminute mit einem abgefälschten Schuss von der Strafraumgrenze. Die Elf von Trainer André Hofschneider störte die Gäste von Beginn an im Spielaufbau und ließ der Fortuna kaum Raum, um sich im Mittelfeld zu entfalten. Nach einer knappen Viertelstunde versuchte erneut Kroos sein Glück, der Freistoß des Mittelfeldregisseurs rauschte jedoch knapp am linken Torpfosten vorbei. Düsseldorf verlegte sich im Angriffsspiel ausschließlich aufs Kontern, Den ersten Vorstoß wagten die Rheinländer in der 23. Minute. Havard Nielsen hatte sich über die rechte Angriffsseite durchgesetzt, fand allerdings mit seiner Flanke keinen Abnehmer im Sturmzentrum. Union bestimmte das Geschehen auf dem Platz, verpasste es jedoch, zwingende Torchancen herauszuspielen. Zehn Minuten vor der Pause versuchte es erneut Felix Kroos mit einem guten Schuss, Raphael Wolf machte sich lang und entschärfte den Kapitän des Berliner Kapitäns. Zum Schock der Unioner zeigten die Düsseldorfer in der 41. Spielminute genau das, was sie in den letzten Monaten auszeichnete. Nach einem schnellen Konter kam Florian Neuhaus an der Strafraumgrenze an den Ball und setzte die Kugel kaltschnäuzig an den linken Innenpfosten, von wo der Ball zur Pausenführung der Gäste in die Maschen sprang.

Trotz des Rückschlags vor der Pause zeigten sich die Eisernen nach dem Seitenwechsel unbeeindruckt und spielten weiter konsequent nach vorn. Linksverteidiger Kristian Pedersen setzte sich direkt nach Wiederanpfiff mit einem Dribbling im Strafraum durch, der Abschlussversuch von Polter wurde jedoch zur Ecke abgewehrt. Wenige Momente später legte Friedrich den Ball nach einer Trimmel-Ecke per Kopf gefährlich vor das Tor, der hereinrauschende Michael Parensen verpasste die Kugel nur um Zentimeter (49.). Die Düsseldorfer blieben offensiv weiterhin unauffällig, lediglich nach einigen Kontern und Standardsituationen kam die Fortuna vor das Tor. Ein Neuhaus-Pass für Jean Zimmer geriet etwas zu weit, Andre Hoffmann köpfte nach Ecke von Gießelmann über die Latte. Union arbeitete in einem intensiven Spiel weiter am Ausgleich und belohnte sich schließlich in der 67. Spielminute mit dem 1:1-Ausgleich. Fortuna Verteidiger Bodzek hatte den Ball im Strafraum mit der Hand gespielt, nach kurzem Zögern entschied Schiedsrichter Robert Hartmann auf Elfmeter. Steven Skrzybski übernahm die Verantwortung und versenkte den Strafstoß souverän zum Ausgleich. Der Torjubel im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei war kaum verklungen, da markierten die Eisernen die längst verdiente Führung. Nach Zuspiel von Hedlund versuchte Gogia sein Glück mit einem wuchtigen Schuss, Kaan Ayhan blockte den Ball jedoch vor der Torlinie. Der Abpraller landete genau vor den Füßen von Sebastian Polter, der die Kugel entschlossen zur 2:1-Führung über die Linie drückte (71.). Gästetrainer Funkel reagierte und brachte mit Kujovic und Lovren zwei neue Spieler in die Partie. Düsseldorf agierte nun etwas offensiver, Union blieb allerdings zweikampfstark und sorgte so für zahlreiche Kontermöglichkeiten in der Schlussphase. Polter scheiterte jedoch im eins gegen eins an Keeper Raphael Wolf, ein Schuss von Skrzysbki verfehlte das Tor nur knapp. In der Defensive zeigte sich Union auch im Angesicht verstärkter Düsseldorfer Angriffsbemühungen gefestigt und belohnte sich in der Nachspielzeit durch Steven Skrzybski mit der umjubelten Entscheidung zum 3:1 (90.+5.).

„Heute freut es mich vor allem für die Mannschaft. Die letzten Wochen waren für den einen oder anderen Spieler nicht einfach. Trotzdem haben wir heute nicht alles richtig und in den letzten Wochen nicht alles falsch gemacht. Die Mannschaft hat sich trotz des Rückstands nicht von ihrem Weg abbringen lassen und sich belohnt. Auch für die Fans freut es mich sehr. Sie waren heute in meinen Augen das Zünglein an der Waage und haben schon in der ersten Halbzeit die Leistung der Mannschaft honoriert. Düsseldorf hat heute gezeigt, warum sie ganz oben stehen, trotzdem gehen wir als verdienter Sieger vom Platz“, so Union-Trainer André Hofschneider auf der Pressekonferenz nach dem Heimsieg.

Am 22. Spieltag treffen die Eisernen beim Auswärtsspiel auf Eintracht Braunschweig. Der Anpfiff im Eintracht-Stadion erfolgt am Sonntag, dem 18.02.2018 um 13:30 Uhr.

1. FC Union Berlin