Freitag
12.01.2018

Trainingslagertagebuch: Tag 7 – Torschuss, Ecke und Testspiel

Der Freitag begann für die Union-Profis mit dem gemeinsamen Frühstück um 8:30 Uhr. Anschließend ging es mit dem Rad zum nahegelegenen Trainingsgelände.

Athletikprogramm und „Eckspiel“ am Vormittag

Die Erwärmung übernahm erneut Athletiktrainer Martin Krüger, der die Spieler wie schon vor wenigen Tagen mit kleinen Wettkämpfen und integrierten Dehn- und Stabilisierungsübungen auf Temperatur brachte. Danach teilte sich die Mannschaft in zwei Gruppen auf: Die Startelf für das Testspiel am Nachmittag sowie Torhüter Lennart Moser trainierten mit Co-Trainer Sebastian Bönig Torschuss und das Verhalten bei Standardsituationen. Chefcoach André Hofschneider beaufsichtigte den Rest des Teams beim „Eckspiel“, einer Passübung, bei der einige Spieler um das Feld verteilt sich den Ball direkt zuspielen, während andere in der Mitte versuchen, an den Ball zu kommen. Außenverteidiger Christopher Trimmel und Flügelspieler Simon Hedlund bekamen aufgrund ihrer hohen Belastung in den vergangenen Tagen Zeit zur Regeneration und absolvierten individuelles Training. Zum Abschluss der Einheit ging es beim Lattenschießen nochmal ums Ganze – oder zumindest darum, wer am Samstag vor der Abreise aus dem Hotel den Bus einräumen „darf“.                        

2:3 gegen Wehen Wiesbaden: Union erwacht zu spät

Am Nachmittag stand um 15:00 Uhr das zweite Testspiel im Trainingslager an. Gegner war der Drittligist SV Wehen Wiesbaden, bei dem die Ex-Unioner Nico Schäfer (bis Januar 2016 kaufmännisch-organisatorischer Leiter der Lizenzspielerabteilung) und Steven Ruprecht (bis Ende 2008 Lizenzspieler) aktiv sind. Vor rund 350 Zuschauern am Trainingsgelände von Oliva Nova verloren die Eisernen mit 2:3.

0:2-Pausenrückstand: Union zweimal kalt erwischt

Union startete schwungvoll in die Partie und kam schon nach drei Minuten zur ersten guten Möglichkeit. Maloney spielte im Sechzehner Polter frei, der auf Hosiner weiterleiten wollte, aber ein Wehener Spieler ist gerade noch rechtzeitig da und kann klären. Die Eisernen wirkten bis zur 10. Spielminute spielfreudig und wach. Dann aber setzte sich Diawusie im Sprint gegen Kurzweg durch, zog über rechts in den Strafraum und schloss aus spitzem Winkel ab. Den Schuss konnte Busk gerade noch parieren, seine Faustabwehr prallte dann jedoch vom unmittelbar vor ihm stehenden Schäffler ins Tor.

Zunächst unbeeindruckt vom Gegentor spielten die Berliner weiter mutig nach vorn, ohne dabei klare Chancen zu kreieren. Ab der 25. Spielminute übernahmen die Hessen etwas mehr die Kontrolle, auch wenn Hosiner zwei vielversprechende Gelegenheiten vergab (34., 35.). Kurz darauf erhöhte der SVWW auf 0:2 aus Union-Sicht: Nach einer Unaufmerksamkeit der Eisernen setzte sich Diawusie erneut temporeich über rechts durch. Seine flache Hereingabe veredelte Andrist aus Nahdistanz. Quasi mit dem Pausenpfiff hatte Hartel bei einem überlegten Flachschuss von der Strafraumgrenze Pech, sein Abschluss strich knapp am rechten Pfosten vorbei.

Doppelschlag in der Schlussviertelstunde reicht nicht

Zur zweiten Halbzeit wechselte André Hofschneider kräftig durch. Für Schönheim, Leistner, Kurzweg, Hartel und Polter brachte Unions Cheftrainer nun Torrejón, Pedersen, Dietz, Prömel und Skrzybski. Fürstner rückte zwischen Dietz und Torrejón in die Dreierkette, Pedersen und Maloney besetzten die Außenpositionen im Mittelfeld. Wie schon in Hälfte eins begann Union mit ansehnlichem Offensivfußball. Skrzybski setzte sich zweimal über die rechte Außenbahn durch, passte flach nach innen, wo jeweils Ruprecht vor dem einschussbereiten Hosiner den Ball klären konnte (48., 52.). Nach 60 Minuten kamen Daube und Kreilach für Gogia und Kroos. Vom SVWW war bis zu diesem Zeitpunkt nicht mehr viel zu sehen, dann stachen die Hessen dennoch eiskalt zu. Mrowca schaltete im Mittelfeld am schnellsten und fand den in die Tiefe startenden Diawusie auf rechts, der den Ball aus 13 Metern an Busk vorbeischob.

Mit dem 0:3 schien die Partie entschieden, auch weil Union sich nach dem dritten Gegentor keine klaren Chancen mehr erspielen konnte. Zumindest bis zur 81. Minute: Über Prömel gelangte der Ball zu Kreilach, der ihn auf den einlaufenden Hosiner durchsteckte. Der Österreicher legte frei vor dem Tor uneigennützig auf Skrzybski quer, welcher nur noch ins leere Tor einschieben musste. Bereits mit dem folgenden Angriff verkürzte erneut Skrzybski auf 2:3: Ein paar Meter freier Raum halbrechts am gegnerischen Strafraum reichten dem Eigengewächs, um mit einem gezielten Flachschuss in die lange Ecke sein zweites Tor an diesem Tag zu erzielen (83.). Kurz vor dem Ende hatte Union sogar noch eine Doppelchance auf den Ausgleich, aber erst wurde Hosiners Abschluss geblockt, die anschließende Daube-Ecke von rechts konnte Pedersen per Kopf nicht im Gehäuse unterbringen.

Spiel gegen Ingolstadt in Luckenwalde

Union-Trainer Hofschneider zeigte sich nach dem Spiel zwar unzufrieden, aber dennoch zuversichtlich. Einige Unkonzentriertheiten in beiden Strafräumen hätten heute den Unterschied gemacht, so der 47-Jährige. Am morgigen Sonnabend tritt der Union-Tross die Heimreise nach Köpenick an. Vom Flughafen Valencia aus geht es am Abend zurück in die Hauptstadt. Das letzte Testspiel vor dem Auswärtsauftritt in Kiel findet am 17. Januar 2018 um 17:30 Uhr im Werner-Seelenbinder-Stadion in Luckenwalde statt (Straße des Friedens 42, 14943 Luckenwalde). Gegner ist Zweitliga-Kontrahent FC Ingolstadt 04.

1. FC Union Berlin