Freitag
04.08.2017
Fotos: Hänsch / www.unveu.de

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Tollhaus Alte Försterei: Union besiegt Kiel mit 4:3

Zweites Spiel, zweiter Sieg. Der 1. FC Union Berlin startet mit einer perfekten Punkteausbeute in die 2. Bundesliga und besiegt den Aufsteiger Holstein Kiel vor eigenem Publikum mit 4:3. In einer kuriosen und nervenaufreibenden Partie bekamen die 21 242 Zuschauer in der ersten Hälfte in 20 Minuten sechs Treffer zu sehen, in der zweiten Halbzeit sorgte Steven Skrzybski für den 4:3-Endstand.

Keller schenkte der gleichen Elf wie beim Auftaktsieg in Ingolstadt das Vertrauen und schickte folgende Startaufstellung ins Rennen:

Busk – Trimmel, Leistner, Torrejon, Pedersen – Kreilach, Kroos (60. Fürstner), Hartel (75. Hosiner) – Skrzybski, Polter, Hedlund (81. Redondo)

Die Eisernen erwischten den besseren Start in eine kuriose erste Halbzeit und erspielten sich durch schnelle Angriffe über Hedlund und Hartel die ersten Chancen der Partie. Union zeigte gute spielerische Ansätze, ließ jedoch die Präzision im Angriffsdrittel vermissen. In der 12. Minute waren es dann die Gäste aus Kiel, die überraschend in Führung gingen und damit eine verrückte erste Halbzeit einleiteten. Den ersten Versuch vom umtriebigen Kingsley Schindler konnte Jakob Busk noch abwehren, gegen den Nachschuss des Offensivmannes war der Däne jedoch machtlos. Union antwortete direkt. Nach Freistoß von Christopher Trimmel aus dem rechten Halbfeld besorgte Damir Kreilach den 1:1-Ausgleich per Kopf (14.). Während sich die Eisernen auf den Tribünen noch jubelnd in den Armen liegen zappelte die Kugel schon wieder im Netz. Erneut war es der Kieler Schindler, der die Kugel gefährlich aufs Tor brachte, der Abwehrversuch von Pedersen landete im unglücklichen Zusammenspiel mit dem Pfosten in den eigenen Maschen (16.).  Die nächste Chance gehörte wieder den Gästen, Marvin Duksch setzte seinen Kopfball jedoch am langen Pfosten vorbei. Doch auch Union sorgte weiter für Gefahr. Marcel Hartel legte den Ball per Kopf auf Offensivpartner Steven Skrzybski, der die Kugel nach sehenswert verarbeitete und platziert abschloss. Kiels Torhüter Kronholm zeigte sich jedoch auf dem Posten und parierte mit den Fingerspitzen. Nur Minuten später machte es Skrzybksi besser. Kreilach hatte den Ball hinter die Abwehrkette gelupft, Skrzybski verwandelte gekonnt zum 2:2-Ausgleich (24.). Sekunden später schloss Marvin Duksch nach vermeintlicher Abseitsstellung gefährlich ab, sein Versuch mit dem Außenrist landete jedoch am Pfosten. Die nächste Möglichkeit gehörte wieder den Hausherren, wieder zappelte der Ball im Netz. Nach Pass von Skrzybski in die Schnittstelle war es diesmal Flügelstürmer Simon Hedlund, der Kenneth Kronholm im Tor der Störche keine Abwehrchance ließ (27.). Doch auch diese Führung hatte nicht lange Bestand: Fünf Minuten nach der Führung der Eisernen besorgte Dominik Drexler nach Vorlage von Steven Lewerenz aus kurzer Distanz den 3:3-Ausgleich (32.). Trotz guter Chancen auf beiden Seiten folgte im ersten Abschnitt kein weiterer Treffer, so dass Schiedsrichter Frank Willenborg die erste Halbzeit nach aufregenden 45 Minuten beim Stand von 3:3 beendete.

Beide Teams kamen unverändert zurück auf den Rasen, Union startete erneut gut und belohnte sich bereits sieben Minuten nach Wiederanpfiff mit der 4:3-Führung. Steven Skrzybski verarbeitete ein Anspiel im Strafraum technisch gut und jagte die Kugel mit dem zweiten Kontakt unhaltbar unter die Latte (52.).  Union hatte die Partie nun besser im Griff, zeigte sich in den Zweikämpfen weiter bissig und ließ in der Defensive kaum noch Möglichkeiten zu. In der 65. Minute bot sich die große Chance zum 5:3, doch sowohl Polter, als auch Hartel konnten den Ball aus dem Gewühl im Fünfmeterraum nicht über die Linie befördern. Eine Zeigerumdrehung später prüfte Polter Kronholm mit einem wuchtigen Schuss, der Torhüter behielt jedoch erneut die Oberhand. Die Eisernen dominierten nun das Geschehen, der eingewechselte Hosiner verbuchte die nächste Möglichkeit. Der Schuss des Österreichers verfehlte den Kasten der Kieler nur knapp. Mit einem guten langen Ball schickte Rechtsverteidiger Christopher Trimmel Steven Skrzybski über die rechte Angriffsseite, der mit seinem Zuspiel Sebastian Polter im Strafraum fand. Bedrängt von einem Gegenspieler behauptete der Stürmer gekonnt den Ball, sein wuchtiger Abschluss rauschte nur knapp am linken Pfosten vorbei. Auch in der Schlussphase behielten die Eisernen weiter das Heft des Handelns in der Hand, ein Treffer wollte jedoch nicht mehr gelingen.

„Allzu viel kann man zu so einem Spiel nicht sagen. In den ersten 30 Minuten war unsere offensive Taktik gut, leider haben wir in der Defensive zu viele Fehler gemacht. Die Abstände haben nicht gepasst und wir haben viele Fehler gemacht. Das habe ich bisher selten gesehen. Nichtsdestotrotz haben wir vorne schöne Tore gemacht und haben in der zweiten Halbzeit klar besser gestanden. Unter dem Strich war es ein Spektakel, die Fans sind glücklich, wir sind glücklich und alle gehen zufrieden nach Hause“, fasste Jens Keller das Geschehen auf der Pressekonferenz nach dem Spiel zusammen.

Am nächsten Wochenende pausiert die zweite Bundesliga, trotzdem steht für den 1. FC Union Berlin ein Pflichtspiel auf dem Programm. Die Eisernen treffen in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den Regionalligisten 1. FC Saarbrücken. Der Anpfiff im Hermann-Neuberger-Stadion (Völklingen) erfolgt am Sonntag, dem 13.08.2017 um 15:30 Uhr.

1. FC Union Berlin