Freitag
26.02.2016
Fotos: Hupe & Hänsch

Fotos: Hupe & Hänsch

2:1-Sieg gegen Karlsruhe: Union dreht Spiel in Unterzahl

Was für ein Spiel vor 18.952 Zuschauer im Stadion An der Alten Försterei! Mit einem Mann weniger dreht der 1. FC Union Berlin das Spiel gegen den Karlsruher Sport-Club und siegt am Ende mit 2:1 (1:1). Die Tore für die Eisernen erzielten Felix Kroos (45.) und Bobby Wood (60.). Damir Kreilach wurde nach 48 Minuten mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen.
 
Aufgrund des krankheitsbedingten Ausfalls von Sascha Lewandowski, Cheftrainer der Eisernen, stand bei den Hausherren Co-Trainer André Hofschneider als Chef an der Seitenlinie. Eine Erfahrung, die dem gebürtigen Berliner und langjährigen Assistenztrainer (seit 2007 im Verein) bisher in Pflichtspielen verwehrt blieb. Als ob die Situation nicht schon schwierig genug wäre, musste Hofschneider mehr als ein halbes Dutzend Spieler ersetzen. Wie schon in der Vorwoche fehlten bei den Eisernen Steven Skrzybski, Raffael Korte, Toni Leistner, Fabian Schönheim und Maximilian Thiel. Hinzu gesellten sich unter der Woche Eroll Zejnullahu und Benjamin Kessel (Infekt). Immerhin ein Name konnte von der langen Verletztenliste gestrichen werden. Top-Torjäger Bobby Wood kehrte nach überstandener Schulterverletzung zurück auf den Platz. Im 4 – 3 – 3-System las sich die Aufstellung wie folgt:
 
Busk – Trimmel, Puncec, Pogatetz, Parensen – Daube (87. Fürstner), Kroos, Redondo –Wood (80. Quaner), Kreilach, Brandy (90. Quiring)

Das Spiel begann nicht wie jedes andere. Bereits nach rekordverdächtigen sieben Sekunden wurde Damir Kreilach von Schiedsrichter Harm Osmers mit der gelben Karte verwarnt. Nach einem harten Einsteigen des Kroaten am KSC-Sechzehner griff der Unparteiische sofort zur Brusttasche. Weitere nennenswerte Szenen blieben bis zur 31. Minute Mangelware. Union war um Spielkontrolle bemüht, jedoch fehlte auf beiden Seiten der energische Zug zum Tor. Kenny Prince Redondo köpfte nach einer Trimmel-Flanke erstmals gefährlich auf den KSC-Kasten (17.). Von den Gästen aus Karlsruhe war dagegen offensiv wenig zu sehen. Die erste Chance jedoch nutzten die Badener nach 31 Minuten zur Führung. Über die linke Abwehrseite der Eisernen kam der Ball von Enrico Valentini in den Strafraum. Am zweiten Pfosten witterte Hiroki Yamada seine Chance und versenkte aus wenigen Metern ohne Mühe. Ein Raunen ging durch das Stadion An der Alten Försterei, als Felix Kroos unmittelbar vor dem Pausenpfiff an der Strafraumkante zum Schuss ansetzte. Mit der rechten Klebe zimmerte der gebürtige Greifswalder das Leder aus sechzehn Metern unhaltbar in den Winkel. Ein Treffer der Marke Tor des Monats (45.). Mit dem 1:1-Ausgleich ging es in die Kabinen.
 
Zum Leidwesen der Gastgeber begann die zweite Hälfte deckungsgleich mit dem ersten Spielabschnitt. Nach 180 Sekunden sah sich Osmers gezwungen, erneut die gelbe Karte zu ziehen. Wieder war der Adressat Damir Kreilach. Die zweite gelbe Karte hatte den Regeln entsprechend den Platzverweis zur Folge (48.). Wer im Stadion ein Anrennen der Gäste erwartete, wurde eines Besseren belehrt. Die verbliebenen zehn Unioner behielten ihre disziplinierte und konzentrierte Spielweise bei. Nur selten wurde deutlich, dass der KSC mit einem Mann mehr auf dem Platz stand. Kollektives Jubeln brach in der 60. Minute aus. Bobby Wood suchte den Abschluss. Sein missglückter Schuss wurde unhaltbar für Keeper René Vollath abgefälscht. Die zehn Berliner führten plötzlich mit 2:1 gegen elf Karlsruher. In den letzten Minuten versuchten es die Karlsruher mit wilden Angriffen. Doch die kampfstarken Hausherren stemmten sich, lautstark unterstützt von allen Rot-Weißen auf den Rängen, vehement gegen den Ausgleich. Am Ende wurden die Eisernen für ihr leidenschaftliches Engagement mit drei Punkten belohnt.

„Es waren zwei unterschiedliche Halbzeiten. Wir haben zu Beginn versucht, Lücken zu finden. Dadurch haben wir große Räume nach hinten aufgemacht. Durch den Platzverweis ergaben sich wiederum für uns etwas mehr Räume, weil der KSC das Spiel machen musste. Die Mannschaft hat eine riesen Mentalität gezeigt. Am Ende ist es natürlich ein glücklicher Sieg, aber aufgrund der Einstellung auch ein nicht unverdienter“, so Co-Trainer André Hofschneider nach dem Spiel.

Weiter geht es für die Eisernen bereits am kommenden Dienstag (01.03.2016). Die Rot-Weißen gastieren ab 17:30 Uhr bei der Spielvereinigung Greuther Fürth im Sportpark Ronhof, bevor nur drei Tage später, am Samstag, dem 05.03.2016 das Heimspiel gegen den FSV Frankfurt ansteht.  

1. FC Union Berlin